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Genua

Genua liegt im Zentrum der gleichnamigen Provinz, fast zwischen Wasser und Land schwebend, zwischen Hafen und Landesinnerem. Seit ewiger Zeit hat Genua die Meere dominiert, während sich hinter ihrem Rücken eine Landschaft mit Wäldern, Tälern, Flüssen und Bächen, Landwirtschaft und Handwerks-Traditionen ausbreitet, auf die man von Terrassen, Ausblickspunkten, Seilbahnen oder Aufzügen herrliche Ausblicke hat.
Du entdeckst ein römisches und mittelalterliches Genua, später die Stadt in der Renaissance bis hin zur Moderne. Sie überrascht Dich mit ihrer Altstadt, mit ihrem kulturellen und künstlerischen Erbe, mit seinen Hafenmolen, an denen internationale Handelsschiffe und Kreuzfahrten anlegen. Geschichte, Klänge, Lieder, Ironie… Genua bestätigt sich als ein vielschichtiges Mosaik und als Vektor von Sensationen, zwischen Architektur und eleganten Palästen, unvergleichlichen Panoramen, steilen Gassen, die auf unerwartete Plätze führen und Ausblicke über die herrlichen Dächer aus Schiefergestein erlauben.
Die vor-römischen Ursprünge der Stadt gehen auf den Felsen von Sarzano zurück, heute ein von Studenten belebtes Epizentrum auch by Night, mit Weinlokalen und Imbissstuben, hier kann man die berühmte Focaccia genießen ebenso wie die frittierten Bällchen aus Stockfisch (frittelle di baccalà)…
Nach der Zerstörung durch die Karthager im Jahr 205 v.Chr. erstreckten sich die Besiedlung mehr Richtung Norden und Osten, es wurde jene bergige Landschaft besiedelt, die viele Jahrhunderte später zum Ziel der adeligen Sommerfrischler wurde, die vor der Hitze der Stadt flüchteten.Die berühmte Porta Soprana und die Stadtmauer, die gegen die Bedrohung durch Friedrich I (Barbarossa) errichtet worden ist, gehen auf das Jahr 1155 zurück. Im Mittelalter findet dann eine Expansion Richtung Westen statt, Zeugen dieser Epoche sind Ponte Monumentale, Piazza Fontane Marose, der Leuchtturm (Lanterna) – er wurde 1139 erbaut, sein jetziges Aussehen geht aber auf 1543 zurück - und die Standseilbahn auf den Monte Galletto. 1630 wird eine neue mächtige Stadtmauer von der Mündung des Flusses Bisagno entlang der Bergrücken erreichtet, diese Verteidigungslinien prägen heute noch das Stadtbild.
Im 19.Jhdt. nimmt ein richtiger Flächennutzplan Form an mit der Entstehung der Piazza De Ferrari, Via XXV Aprile, Via Roma, der steilen Via Assarotti und der Berg-Umfahrungsstraße, hier siedeln sich die reichen Hausbesitzer des Stadtzentrums an. Es kommt auch die Fusion mit den bevölkerungsreichen Zonen um Quezzi und Marassi, sowie Albaro und Sturla.
Das sogenannte “Große Genua” geht auf 1926 zurück, die Stadt umfasst nun viele Gemeinden, die bisher selbständig waren und die nun das Stadtgebiet von Voltri bis Pontedecimo in Nervi und Doria erweitern, und so neue Standorte für die Industrialisierung garantierten. Seine Straßen und Plätze sind gesäumt mit religiösen und weltlichen Sehenswürdigkeiten von enormem Wert.
Der Dom San Lorenzo, 13. bis 14. Jhdt., mit seiner schönen Kuppel von Galeazzo Alessi aus dem Jahr 1567 wurde dank einer für damalige Zeiten fortschrittlichen Finanzierungsaktion erbaut. Im Museum des Tesoro di San Lorenzo kann man den “Sacro Catino” besichtigen, er wurde vom Kardinal Luca Fieschi erworben, in dieser Schale soll Jesus Christus sich während des letzen Abendmahles die Hände gewaschen haben.
Palazzo San Giorgio, aus 1260, man erreicht ihn über die Piazza Caricamento und die lebhaften Laubengänge von Sottoripa ganz in der Nähe der Hafenmole ("Land des Eisen und der Bäume" so hat der große Dichter Eugenio Montale die Zone beschrieben).
San Matteo, das Stadtviertel der Doria, ein Platz der wie ein Herz die umliegenden Gassen einschließt, umgeben von herrlichen Gebäuden. San Donato, aus dem 12. und 13. Jhdt., am Fuße des Hügels des Castello, malerische Altstadt, der antikste Teil Genuas. Santa Maria di Castello (12. Jhdt. mit gotischen Zubauten) mit nebenan liegender Torre degli Embriaci. Sehr schön sind die Kreuzgänge mit dem Verkündigungsfresko von Justus von Ravensburg und verschiedene Reliquien. Santo Stefano, im Laufe der Zeit hat die Kirche viele Verstümmelungen erlitten, dominiert aber die Hauptstraße der Stadt und wird gerne für Hochzeiten gewählt. Sant'Agostino (13. Jhdt.), heute Bildhauer-Museum. Palazzo Spinola in der Piazza Fontane Marose (15. Jhdt.), ein zweifärbiges Meisterwerk, welches den schönen irregulären und länglichen Platz dominiert, früher Schauplatz von Festen und Turnieren.
Während des 16. und 17. Jhdt. haben die Einwohner außer dem Bau der Kirchen Santa Maria in Carignano, Sant'Ambrogio und Santissima Annunziata (mit seinem klassischen Pronaos) der Konstruktion einer Vielfalt von Palazzi und Villen beigewohnt, die reich mit Gemälden und Skulpturen ausgestattet sind. Entlang der Prachtstraßen Via Garibaldi und Via Balbi findet man eine hohe Konzentration von Herrenhäusern, ein Spiel von Innenhöfen und Treppen, Nymphäen und Museen. Palazzo Reale (früher Palazzo Durazzo), Palazzo Bianco, Palazzo Rosso, Palazzo Tursi, Palazzo Cambiaso, Palazzo Doria, Albergo dei Poveri...
Diese Gebäude, sehenswerte Zeitzeugen, versetzen uns in eine vergangene Epoche zurück, bringen uns die Geschichte der Stadt näher, und erlauben es uns, wie Fußtritte aus der Vergangenheit die Ereignisse, Siege und Niederlagen, die Finanzen und die berühmten Kapitäne Genuas kennenzulernen, die Stadt war eine Seefahrermacht, die den internationalen Handel in jener Zeit dominierte.
Es handelt sich um zweitausend Jahre Geschichte. 218 v. Chr. bekämpfte hier Publius Cornelius Scipio Africanus Hannibal, 205 v. Chr. wurde die Stadt wie schon erwähnt von den Karthagern zerstört. Dennoch wurde die Genua zu einer immer wichtigeren römischen Niederlassung im Kampf gegen die ligurischen Stämme, seine Wichtigkeit wurde durch den Bau der Straßen Via Postumia und Via Aemilia Scauri bestärkt. Es wurde sehr bald Bischofssitz, bestätigt durch die Anwesenheit von Bischof Diogenes am Konzil von Aquileia im Jahre 381. Nachdem Genua im 6. Jhdt. von Belisar erobert worden war, bleib es unter byzantinischer Herrschaft bis zum Eintreffen der Langobarden unter König Rothari im Jahr 641. Unter karolingischer Herrschaft wurde die Stadt zur Grafschaft erhoben, zu dieser Zeit kam es zu verschiedenen Überfällen durch die Sarazenen (in den Jahren 931, 934, 945…), anschließend wurde sie zur „ Marca Obertenga“, zur Markgrafschaft der Grafen Obertenghi. Diese Tatsache ermöglichte den Genuesern ab 958 relative Freiheiten, gegen die Übergriffe der Araber wurden die verschiedenen Stadtmauern errichtet. 1056 kam es zu einem Übereinkommen zwischen dem Bistum und den Markgrafen Obertenghi über die Autonomie der Stadt. Genua stieg zur freien Stadt auf, die in sich die antiken Handelspartner der Zone einschloss; diese Unabhängigkeit gemeinsam mit dem strategischen Wert seiner Küsten und seine Täler im Landesinneren erlaubte eine erste bedeutende Ausdehnung Richtung Westen, und einige Handelspartner stellten sich an die Seite Pisas, was die Schifffahrt im zentralen Mittelmeer betrifft. Das war der Auftakt zu den Kreuzzügen des 11. Jhdt., die zu neuen Handelsverbindungen und vielen Kolonien führten, über die man später nachlesen kann (im Zusammenhang mit dem Untergang der Macht Genuas).
Die sizilianische Verwaltung machte Genua zum Handelsknotenpunkt im Mittelmeer, während die sogenannte” Maona” auf Hochtouren lief , private Vereinigungen von finanzkräftigen Genuesern, mit deren Unterstützung die Einnahme der Stadt Ceuta, einer spanischen Enklave im Norden Marokkos, 1235 und der griechischen Inseln Chios 1347und Zypern 1373 und 1402 unmöglich gewesen wären.
Pisa war besorgt vom Aufstieg Genuas und nahm Sardinien und Korsika ein, während Venedig seine Ausdehnungspolitik Richtung Osten weiterführte. Einige unvermeidbare innere Streitigkeiten machten es notwendig, eine autoritäre Figur zu schaffen, den sogenannten Podestat (1191), die anschließenden Streitigkeiten zwischen Gemeinde und Feudalherren führte zur Entstehung von kontrastierenden Gruppen unter dem Einfluss der Guelfen und Ghibellinen. Die Guelfen – wie schon im Rahmen der Familie Fieschi beschrieben wurde- nahmen unter König Friedrich II die Vormachtstellung ein, sie alliierten sich mit Venedig und mit Papst Innozenz IV Fieschi (1245). Das Bürgertum nahm hingegen 1257 unter Guglielmo Boccanegra, Gegner der Fieschi, der Grimaldi, der Doria und der Spinola, seinen Aufschwung. Es handelte sich dabei jedoch nur um eine kurze Episode, die 1262 beendet wurde.
In der Zwischenzeit verursachte der traumatische Untergang der christlichen Staaten in Syrien, die für Genua in der Niederlage von Settepozzi endeten, die zu einem Waffenstillstand führte. Besiegt aber auf andere Art durch neue Erfolge im Mittelmeer belohnt und durch den gewaltigen Sieg über Pisa in der Seeschlacht bei Meloria (am 6. August 1284), welche die ghibellinische Doppelherrschaft der Doria und der Spinola verstärkte, die seit 1270 an der Macht waren. 1311 empfang Genua Kaiser Heinrich VII, aber sieben Jahre später organisierten die Guelfen unter Fieschi und Grimaldi einen neuen Putsch mit der Unterstützung von Robert von Anjou, dem König von Neapel. Diese alternierenden und schwierigen Vorkommnisse endeten mit der Wahl von Simon Boccanegra zum Dogen von Venedig (1339), der auch von der antiken Zunft der Fleischhauer unterstützt wurde, dieser populäre Doge, unter dem die Fieschi keinerlei Einfluss besitzen, bleibt bis zum Jahr 1528 an der Macht . 1353 führt die Niederlage von Alghero von Seiten der Venezianer, die mit Aragonien verbündet waren, zur Machtübernahme durch Giovanni Visconti von Mailand und zur Angabe Sardiniens an die Aragonier. Drei Jahre später kam eine neue Volksregierung an die Macht, aber die andauernden internationale Krisen und die Rivalität mit Venedig schwächten die Macht und die Stadtkassen, sodass Genua bald in französische Hände und damit erneut unter den Einfluss der Visconti fiel.

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