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Die Familie Fieschi

Die Fieschi waren ein wichtiges Adelsgeschlecht Genuas, das bekannteste des vielschichtigen und komplexen Geschlechtes der Grafen von Lavagna. Wiederholterweise zeigten sich die Fieschi frankophil und gehörten zur Gruppe der Guelfen, einer der ersten Vertreter war Ugo(12./13.Jhdt.), der sich Fliscus nannte, daher stammt der spätere Name Fieschi.
Die ersten wichtigen Ereignisse sind mit 1243 datiert, als Sinibaldo Fieschi zum Papst Innozenz IV gekrönt wird und sich – gemeinsam mit Kardinal Guglielmo Fieschi – gegen Kaiser Friedrich II, und mit ihm natürlich gegen die Ghibellinen wendet, mit dem bis zu diesem Zeitpunkt gute Verbindungen bestanden haben. Alberto Fieschi, Sohn von Tedisio und Graf von Lavagna (er ist Oberbefehlshaber des päpstlichen Heers), kommt in Parma dem Aufstand gegen den Kaiser und somit gegen König Manfred von Sizilien zu Hilfe, während Kardinal Ottobono Fieschi (der zukünftige aber nur kurz amtierende Papst Hadrian V) aktiv Karl I von Anjou unterstützt und so eine wirksame Politik mit internationalen Beziehungen aktiviert.
Die politischen und kriegerischen Vorkommnisse (darunter auch einige Allianzen mit Kommunen und Adelshäusern in Norditalien) ermöglichen der Familie Fieschi – und der Familie Grimaldi, mit der sie traditionsgemäß eng verbunden ist – die kurze Herrschaft über Genua in offener Feindschaft mit den Familien Doria und Spinola, bis die Reaktion der Ghibellinen, in einigen Teilen Liguriens überaus potent, diese Ambitionen zu Nichte macht, sodass Alberto Fieschi 1276 ins Exil verbannt wird.
Trotzdem gelingt es Alberto selbst gemeinsam mit Nicola, beides Brüder von Ottobono, den Streit zwischen Genua und Karl von Anjou zu schüren. Als Ottobono (Papst Hadrian V) stirbt und der Umsturzversuch von Opizzo 1289 misslingt (auch heute erinnert mahnend daran eine Gedenktafel in der zentral gelegen Via Cairoli), erwartet die Fieschi ab 1295 erneut das Exil.
Prompt vom Dogenamt ausgeschlossen, das 1339 in Genua dank eines Umsturzes durch die antike Zunft der Fleischhauer ins Leben gerufen worden war, suchen sie zuerst Hilfe bei den Grafen von Savoyen und dann in Frankreich (am Ende des 14 Jhdt.). Das sind die Jahre, in denen Luca Fieschi (zweimal päpstlicher Nuntius in England) Papst BonifazVIII, der erniedrigt in Anagni von Frankreich und den Colonna gefangen gehalten wurde, zu Hilfe eilt. Es gelingt ihm, den “Sacro Catino zu erstehen (Jesus soll sich darin während des letzten Abendmahls die Hände gewaschen haben), um die Schale dann dem Dom San Lorenzo, der Kathedrale Genuas, zu stiften – man kann sie auch heute noch im Dom-Museum bewundern . Man kann noch hinzufügen, dass sein Hinterlassenschaft den Bau der Kirche Santa Maria in der Via Lata (1336) ermöglichte und sieben Jahre später den Fieschi das Bistum von Vercelli einbringt.
In Genua misslingen auch die Versuche von 1422 und 1425: im ersten Fall organisiert Giovanni Antonio Fieschi einen Aufstand, indem er einer der 8 sogenannten „Kapitäne der Freiheit“ wird, aber vom Dogen Giano Fregoso hingerichtet wird, während die Doria immer stärker von spanischer Seite unterstützt werden; im zweiten Fall misslingen die unnützen Versuche gegen die Signorie von Filippo Maria Visconti.
In der zweiten Hälfte des 15. Jhdt. zeichnet sich der Zweig in Savignone aus, darunter Matteo, er kämpfte entschlossen gegen die Sforza und wurde “Capitano del popolo” (in Savignone haben die Fieschi vom Kaiser das Recht erhalten, Münzen zu prägen). Es ist auch das Zeitalter der Heiligen Katharina Fieschi von Genua (1447-1510), vermählt mit Giuliano Adorno, die sich 1473 zum Glauben bekehrt, vor allem, um den Kranken zu helfen.
Besonders sticht ihr Einsatz während der Pest-Epidemien 1497 und 1501 hervor. Sie hinterlässt eine Autobiographie und eine Abhandlung über ein Zwiegespräch mit Gott über die Liebe, in dem die Liebe Gottes als Freiheit erscheint, die dem Menschen zu Teil wird, als wundersames Heilmittel gegen den Egoismus. Sie wird von Papst Clemens XII 1737 heilig gesprochen und am 22. März gefeiert.
Es ist auch das Zeitalter der Mystikerin Tommasina Fieschi (1448-1534), sie steht in Kontakt mit Katharina und immer auf der Seite der Bedürftigen, sie ist Dominikanerin und Schriftstellerin, von ihr stammen die Abhandlungen „Trattato sulla carità“ und „ Trattato dei sette gradi dell'amor di Dio“.
Das Ende der Macht der Fieschi ist durch die fehlgeschlagene Verschwörung vom 2-3. Jänner 1547 gekennzeichnet. Dazu gehörten Gian Luigi der Jüngere, Sohn von Sinibaldo Fieschi, und Francesco Maria della Rovere 1522. Im Alter von nur 25 Jahren organisiert er die Hinrichtung des Admirals Andrea Doria, des adoptierten Neffen Giannettino und dessen Schwiegervater, Adamo Centurione, und die Ernennung zum Dogen von Barnaba Adorno. Es stirbt nur Giannettino (von dem man sagt, er habe der Ehefrau von Gian Luigi, Eleonora Cybo, den Hof gemacht), die Verschwörung misslingt auch durch den Tod von Gian Luigi selbst, der bei dem Versuch, die Schiffe und den Hafen der Doria anzugreifen, ertrinkt. An diese Ereignisse erinnert das Werk F. Schillers aus 1782-1783 “ Vorschwörung des Fiesko zu Genua”, der Held wird hier banal und kitschig als Freiheitskämpfer dargestellt. Man darf aber auch die Tatsache nicht übersehen, dass Schiller dieses Werk im Alter von 23 Jahren geschrieben hat.
Die Reaktion der Doria war wie zu erwarten grausam: mit der Belagerung der “dodicimila colpi” und der Einnahme des Schlosses Fieschi in Montoggio (am 11. Juni), die Ruine existiert auch heute noch. Sie setzte der Macht der Fieschi ein unwiderrufliches Ende, auch wenn Scipione, der Bruder von Gian Luigi, den Ast von Torriglia weiterführte, der bis in die Anfänge des 19. Jhdt. bestehen blieb. Es bleibt anzumerken, dass unter den Belagerten unter Kommando des Grafen Girolamo, dem jüngeren Bruder von Gian Luigi, die vergeblich auf Unterstützung aus Frankreich, von Seiten den Papstes und der Farnese warteten, Männer aus allen Territorien Wehrdienst leisteten, in denen die Fieschi an der Macht waren: Pontremoli, Varese Ligure, Garbagna, Varzi… Einige fallen gemeinsam mit Girolamo, der am12. Juli nach kurzem Prozess in der Klause von San Rocco enthauptet wird, sofort nach der Einnahme des Schlosses durch den genuesischen Kapitän Sebastiano Lercari.
An die Fieschi erinnern zahlreiche Spuren in Ligurien, im Piemont und im emilianischen Taro-Tal, die Zeugen der ausgedehnten Territorien dieser Familie sind. Es gibt 21 Gemeinden, an der Küste und im Landesinneren, die Schlösser oder Palazzi und Besitztümer dieser Familie aufweisen:
- Grondona,
- Cabella Ligure,
- Carrega Ligure,
- Casella (sehenswert ist der Palazzo am Bahnhof der Schmalspurbahn, die von Genua
   nach Casella führt),
- Crocefieschi (Palixono),
- Savignone,
- Montoggio,
- Torriglia (das nach der Verschwörung für 250 Jahre unter der Macht der Doria
   verblieb),
- Montebruno,
- Rovegno,
- Fontanigorda (das nach der Verschwörung für 250 Jahre unter der Macht der Doria
  verblieb),
- Rezzoaglio,
- Santo Stefano d’Aveto,
- Borgo Val di Taro,
- Sestri Levante (in Trigoso sind der Palazzo und die Kirche auf Bestreben von Papst Hadrian V entstanden),
- Lavagna (wo jedes Jahr am 14. August die “Hochzeit” zwischen Opizzo Fieschi und
  der Gräfin Bianca de’ Bianchi gefeiert wird),
- Cogorno (in der Ortschaft San Salvatore ist die herrliche Basilika aus dem 13. Jhdt.
  zu besichtigen, deren Bau von Papst Innozenz IV begonnen und von Papst Hadrian V
   beendet wurde),
- Ne,
- Neirone (die Kirche wurde von Luca Fieschi ausgebaut und erweitert),
- Pignone,
- Calice al Cornoviglio.

Bibiliographische Vorschläge

AA.VV. (a cura di D. Calcagno), Potere e territorio nel Tigullio medievale: i conti di Lavagna. Atti del convegno (21-23 gennaio 1999), Lavagna, 2001
AA.VV., Guida agli itinerari fliscani nel Tigullio, (edito dalla Provincia di Genua), 2005
C.M. Brunetti, Castelli liguri, Genua, 1967 (2^ ed.)
A. Cappellini, Dizionario biografico di Genovesi illustri e notabili, Genua, 1936
C. Carpaneto da Langasco, Sommersa nella fontana dell’amore (Caterina Fieschi), 2 volumi, Genua, 1987-1990
G. Carraro, Il castello di Torriglia, in A Compagna. Rivista Mensile Illustrata, II (1929), n. 11 (novembre), pp. 23-29
F. Cellerino, Gli Statuti di Savignone, in I Fieschi tra Medioevo ed Età Moderna. Atti del ciclo di conferenze tenute in occasione del 450° anniversario della Congiura dei Fieschi (21 ottobre-2 dicembre 1997), a cura di D. Calcagno, Genua, 1999, pp. 51-98
L. Danese, Castelli e statuti, storia e leggende: Savignone, in A Compagna. Rivista Mensile Illustrata, II (1929), n. 10 (ottobre), pp. 22-26
R. De Rosa, I Fieschi. Splendore e declino (1494-1709), Genua, 2004
C. Fieschi, Trattato del purgatorio ed altri scritti, Milano, 1996
G. Fiori, I Malaspina, Piacenza, 1995
P. Giardelli (a cura di), In treno da Genua a Casella, Genua, 1996 (2^ ed.)
A. Guadalaxara, Santa Caterina Fieschi Adorno, Genua, 1938
P. Lingua, Caterina degli ospedali, Milano, 1986
P. Lingua, I Grimaldi, Milano-Novara, 1986
M. Minola e B. Ronco, Castelli e fortezze di Liguria, Genua, 2006
C. Navone, La Congiura Fliscana. Montorio espugnato – 1547, in La Liguria illustrata, I (1913), n. 8 (agosto), pp. 450-466
R. Pavoni, I Fieschi in Valle Scrivia, in I Fieschi e l’alta Valle Scrivia. Atti del convegno di studi (28 ottobre 1989), in Atti dell’Accademia Ligure di Scienze e Lettere, s. V, XLVI (1989), pp. 293-302
L. Ponte, Le Genovesi, Genua, 2008
B.M. Tomatis, Santa Caterina da Genua, Firenze, 1943

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